44. Oktoberfestpokal-Wettbewerb, München, GER

Submitted by Uwe Schlaffke-… on Wed, 09/25/2019 - 14:01

F3B World Cup München 2019

Der 44. Münchener Oktoberfestpokal bildete dieses Jahr wieder einen würdigen Abschluss der F3B World Cup-Serie.

Schon am Nachmittag am Platz angekommen, war der erste Eindruck allerdings: "Hmm, was ist denn hier los...?" Der gesamte Aufbau war gegenüber den Vorjahren verändert und es war kurz nötig, sich neu zu orientieren. Sicherheitsauflagen hatten erfordert, den Kurs und die Winden näher an die nördliche Waldkante zu verschieben, so dass nur noch ein ca. 60 m breiter Streifen zwischen Sicherheitslinie und Wald zum Ausfliegen blieb. Man hätte vermuten können, dass es viele Zusammenstöße geben würde, wenn sich im Streckenflug am Ende alles in den schmalen Landestreifen kanalisiert - es zeigte sich aber am Ende, dass die überraschend hohe Zahl an Modellschäden eher auf schwindendes Konzentrationsvermögen der Piloten und Einschläge im Speed zurück zu führen war...

Nach dem noch überraschend warmen Wochendende zuvor in Lünen, zeigte sich der Samstag nämlich sehr windig und kühl. Der Zeitflug am Morgen begann mit leichtem Regen und es war allgemein nicht leicht, die 10 min voll zu fliegen. Mehr als die Häfte der Piloten ließen hier deutlich Zeit und/oder Landepunkte liegen. Auch für den Autor, nach langen Programmiernächten noch nicht ganz wach, war der Auftakt nicht ganz ideal...

Der MCM hatte, für viele unbemerkt, in den letzten Jahren viel Arbeit im Hintergrund geleistet und ein neues Innenleben der Zeitmessanlage entwickelt, um hardwaretechnisch auf einen aktuelleren Stand zu kommen. Am Vortag noch tadellos funktionierend, gab es im Speed anfangs noch einige Aussetzer bei der Signalgebung. Nachdem das Problem nach drei Reflights von Andreas Ober gelöst war, klappte aber alles überwiegend wie am Schnürchen.

Der Speed sah nicht ganz so schnelle Zeiten, wie der Wind hätte vermuten lassen können. Was sicher auch am Gegenwind in der letzten Strecke lag. Nur zwei Piloten schafften es unter 14 s zu bleiben - nachdem ich schon als dritter Starter eine 13.83 abliefern konnte, wurde sie wenig später nur von Teamkollege Matthias Neumann noch auf 13.66 s verbessert.

Im Streckenflug am frühen Nachmittag mussten dann teilweise 1.5er Seile aufgezogen werden, weil die 1.3er abrissen. Zum Glück hatte der Wind einen leichten Südwest-Einschlag behalten, so dass nicht in die kritische Richtung ausgebrochen werden musste. Die Strecken-Tausender waren recht gleichmäßig um 20 Strecken verteilt - bis in der Rookie-Gruppe eine fette Thermik für bis zu 30 Strecken sorgte...!

Runde 2 wurde mit Speed eröffnet, und der Wind blies immer noch stark. Nicht gut für eine handvoll Piloten die zuviel wollten oder die Kontrolle über das Modell verloren, da die ganze Runde Null war. Wolfgang Hirt, Jürgen Pölzl, Andreas Böhlen und mit der schnellsten Zeit von 13.16 s Martin Weberschock blieben diesmal unter 14 s.

Der Wind hatte abends dann doch deutlich abgenommen, so dass der Streckenflug thermisch nicht übermäßig arg beeinflusst war und vor allem präzises Fliegen erforderte. 25 Strecken bildeten insgesamt das Maximum, aber teilweise reichten auch 19 für den Tausender.

Am Sonntag zeigte sich das Wetter wieder von einer ruhigen Seite und der Wind hatte auf Süd gedreht. Durch den noch schwachen Wind und zunächst nur marginale Thermik aber wieder keine einfachen Bedingungen.

Bei steigenden Temperaturen und zunehmender Thermik wurde der Streckenflug von Runde 3 dann taktisch anspruchsvoll, da die Blasen nach Norden im Kurs weg zogen. Auf Gerhard Flixeder fehlte bei mir dann eine Strecke, aber es konnte auch mit 4-5 Strecken Verlust bestraft werden, etwas außerhalb des Rhythmus der Thermik zu sein...

Sonntag Nachmittag begann der Zeitflug von Runde 3 dann noch sehr entspannend. Aber wie so oft in München, wandelte sich das Bild und es wurde zunehmend kritischer, die durch Abschirmung nachlassende Thermik rechtzeitig zu finden und große Sinkgebiete zu vermeiden. Jetzt hieß es aufpassen - und die letzten Gruppen hatten dann wieder arg zu kämpfen, so dass sogar Restarts gemacht wurden.

Das große Finale im letzten Speed nahm dann überraschende Wendungen... Es begann mit moderaten Bedingungen, so dass 15er Zeiten schon sehr gut waren. Einige riskierten viel und/oder hatten gute Bedingungen und Jürgen Pölzl und Niklaus Huggler konnten 14er Zeiten fliegen.

Beim Showdown am Ende zeigten aber viele Piloten Nerven und es sortierte sich nochmal einiges um! In den schlechter gewordenen Bedingungen war eine 15 nicht mehr einfach zu erreichen. Einige wurden vom Abwind getroffen, aber u.a. Bernhard Flixeder und Matthias Neumann (für ihn ungewohnt noch auf Platz 3 liegend) verwendeten - Matthias nahm dabei, nach zwei Seilrissen etwas im Tunnel, auch noch die Sicherheitslinie mit... Steffen Besemer gelang wieder ein schöner Flug und auch ich konnte sehr zufrieden mit der Einteilung und dem Treffen der Wenden sein. Martin Weberschock als letzter Starter hatte eigentlich ein kleines Polster, um die Führung zu verteidigen - setzte dies allerdings nicht um, so dass sich mit einem wieder sehr speed-starken Andreas Böhlen und Steffen Besemer überraschenderweise noch zwei weitere Piloten an ihm vorbei schoben.

Die Siegerehrung fand dann mit vielen Sponsorenpreisen (ein großer Dank an die zahlreichen Unterstützer!) unkompliziert aber dennoch zünftig bei bestem Wetter direkt am Platz statt. Hier wurden dann auch die Worldcup-Pokale für die Jahreswertung mit vergeben. Die Weiterentwicklung der Anlage mit einbezogen, hat das Team des MCM um Frank Thomas und Reinhold Krischke wieder sehr gute Arbeit geleistet - und eine großes Helferteam hatte auch die leibliche Versorgung der zahlreichen Zuschauer mit sicher gestellt. Bleibt zu hoffen, dass die Einschränkungen bezüglich des Flugbetriebs am Platz nicht weiter zu nehmen, so dass noch einige 'O-Pokale' stattfinden können...!

Detaillierte Ergebnisse gibt es auf der genialen Seite von Christian Müller: https://f3b.rcsolutions.ch/d/oktoberfestpokal2019

Andreas H., 04.10.19