Der Oktoberpokal noch im September

Gespeichert von Uwe Schlaffke-… am Di., 28.09.2021 - 15:34

Über der Klasse F3B scheint die Sonne

Wir könnten natürlich traurig sein, dass es in München „nur“ 37 Teilnehmer am letzten Wochenende im September waren, aber fragen sie mal die 37 glücklichen Piloten! Bei bester Stimmung durften wir 13 Aufgaben an einem Wochenende fliegen, also vier ganze Runden und ein weiterer Speedflug. Das war natürlich in München ein Rekord!

Und es war wieder Aufbruchstimmung zu spüren. Zum Beispiel durch den motivierten Rookie Peter Geldner, der in diesem Jahr bei allen F3B Wettbewerben in Deutschland mit flog und wertvolle Erfahrung sammeln konnte. Er vertrat die Akaflieg München und will im nächsten Jahr mit Christian Rieger und weiteren jungen Piloten ein F3B Team aufbauen. Oder durch den „F3B-Schnuppernachmittag“ am Freitag von Daniel Aeberli (Chocofly), der unsere Begeisterung bei seinen ersten Windenstarts mit einem „Besenstielflieger“ sofort aufsaugte… zu gern wäre er schon am Oktoberpokal mit geflogen, aber sein Terminkalender ließ das leider nicht zu. Im nächsten Jahr halten wir dir einen Startplatz frei, Dani!!!

Aber nun zum Wettbewerb: Am Freitag wehte noch ein fröhliches Lüftchen, das dann am sonnigen Samstagmorgen nur noch sehr schwach wehte. Es gab ausnahmsweise keinen Frühnebel und so startete der Wettbewerb zeitig mit dem Speedflug der ersten Runde. Die F3B Piloten des MCMs konnten den eigenen Verein vor allen Dingen durch ihren Verzicht auf die eigene Teilnahme für die Durchführung dieses Wettbewerbes gewinnen. So leitete Frank Thomas den Wettbewerb und unter der A- und B- Linie sahen wir die hochkarätigen F3B Piloten aus München. Armin Hotzitz saß neben Reinhold Krischke beinahe ununterbrochen unter der B Linie. Das ist ein Knochenjob, vor allen Dingen bei sehr wenig Wind und sehr viel Sonne…

Mit 16,46 s konnte sich Christian Fiedler mit seinem Device den ersten Speedtausender sichern. Die allgemeinen Speedzeiten waren eher langsam, da die Hochstarthöhen bei den schwachen Windbedingungen nur recht dürftig ausfielen. Der anschließende Streckenflug war taktisch anspruchsvoll, da sich das Kreisen in der Thermik  teilweise schon lohnen konnte. Am Ende der ersten Runde ging Andreas Böhlen souverän in Führung, die er bis zum Ende nicht mehr hergeben sollte.

Die zweite Runde gewann Resu dann mit satten 3000 Punkten, war also auch schnellster Pilot mit 15,26 s und seinem Freestyler 6.

Der abschließende Streckenflug am Samstag Abend ließ keine Überraschungen mehr zu. So verloren die Piloten oft nur mit einer Strecke Rückstand zum Gruppensieger ihren Streckenflug, was auf eine hohe Leistungsdichte und gleichmäßige Bedingungen hinwies.

Am Abend führte Andreas Böhlen vor Gerhard Flixeder und Christian Fiedler.

Der Sonntag begann wieder ohne Nebel! Was hatten wir für ein Wetterglück! Nur der Wind war wieder etwas schwach und wusste nicht so recht, aus welcher Richtung er kommen sollte. Die erste Aufgabe war der Zeitflug, welcher wenig Punkteverluste erzeugte. Nur in wenigen Gruppen konnte der eine oder andere seine Zeit nicht voll fliegen. Runde 3 brachte dann schnellere Speeds, da leichter Wind und Thermik die Modelle schneller werden ließ. Jürgen Pölzl gewann die Aufgabe mit 14,28 s.

Das Organisationsteam aus München schaffte noch eine komplette vierte Runde und einen fünften Speedflug. Die Teams waren die ganze Zeit im Einsatz, nur in der Mittagspause konnten die Reserven durch leckere Leberkässemmeln wieder aufgefüllt werden.

Am Ende zeigte Andreas Böhlen nochmal, dass er auch mit seinem Pike Precision 2 gut umgehen kann, mit 15,7 s. gewann er den letzten Speedflug der Saison 2021. Andreas musste zuvor das Modell wechseln, da er im Streckenflug in der letzten Strecke leider mit Robert Lazinka kollidierte die einzige Kollision des Wettbewerbes.

Nach dem amtierenden Weltmeister kam Steffen Besemer und Bernhard Flixeder auf die Plätze zwei und drei. Gerhard Flixeder hatte aufgrund mäßiger Bedingungen im letzten Speed mit Platz vier das Nachsehen. Pascal Mestermann zeigte als einziger Jugendlicher wieder souveräne Flüge. Hoffentlich bekommt er nächstes Jahr Konkurrenz von weiteren jungen Piloten!

Vielen Dank an das Münchener Helferteam! Es gab kaum Reflights und die vielen geflogenen Aufgaben zeigte die hohe Konzentration und Motivation der offiziellen Helfer, wie auch schon in Lünen!

Martin Weberschock